Emission von Feuerwerken

 
Aufgrund den uns vorliegenden Leistungsdaten, welche wir natürlich als Entwickler (R&D) mit Produktionslizenz durchaus kennen, lassen sich die nachfolgenden Leistungs- und Emissionsdaten prognostizieren. 

Sicherlich ist die Pyrochemie (chemische Umsetzung von pyrotechnischen Gemischen) nicht ganz trivial und kann auch nicht in wenigen Zeilen dem Normalbürger vermittelt werden, aber dennoch gibt es international genügend wissenschaftlich belegte Abhandlungen welche dem detailinteressierten, technisch orientierten Bürger zugänglich sind und somit die Grundlage einer objektiven Meinungsbildung ermöglichen.

Ich spreche hier nicht von plakativen und zahlenvermutenden Abhandlungen wie diese u. A. auch aus angrenzenden Nachbarländern kommentarlos gestreut und auch von den unterschiedlichsten Interessengruppen inhaltlich multipliziert werden.
Solche Trivialliteratur, welche kaum die eigentliche Fragestellung wirklich sachlich und vor allem wissenschaftlich fundiert beantwortet, ist für den interessierten Bürger wenig hilfreich und dienen unter Anderem dazu, von der aktuellen Feinstaubdiskussion als auch anderen Umweltthemen abzulenken.

Es wird z.B. häufig Pyrotechnik für Bühne und Theater mit Kleinfeuerwerk (F2-Pyrotechnik zu Silvester) und professionelles Großfeuerwerk (F4-Pyrotechnik) in einen Zusammenhang gebracht um dann daraus irgendwelche „Feststellungen“ und Mutmaßungen daran abzuleiten, obgleich die Pyrochemie bei Gegenständen der Bühnenpyrotechnik vollkommen unterschiedlich ist, wie die des klassischen F2 / F4 Feuerwerks. 
Schon allein dieses belegt die sach- und fachlich ausgeprägte Unkenntnis entsprechender Meinungsbildner. 
Die DUH vertritt auf deren Website die Meinung, dass professionelle Pyrotechnik im Vergleich zu F2-Silvesterfeuerwerk kaum Feinstaub erzeugt.
Aus sachverständigender Sicht kann ich dieser Aussage nicht folgen, zumal die Pyrochemie bei F2-Silvesterfeuerwerk nahezu identisch ist wie beim F4-Großfeuerwerk.
Desgleichen scheuen sich manche Autoren nicht, mangels belastbarer Zahlen Kenngrößen einfach abzuschätzen, um im Folgeschluß "belegbare Fakten" daraus zu interpretieren. So ist es nicht verwunderlich, dass bezüglich der Feinstaubbelastung durch Silvesterfeuerwerk unterschiedlichste Zahlen in den Medien verbreitet werden. Auf der einen Seite wird formuliert, dass durch Feuerwerkskörper im Jahreswechsel in wenigen Stunden 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt werden. – Dieses entspräche etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge. Basierend auf den dem Verband der pyrotechnischen Industrie vorliegenden Verkaufszahlen liegt der Wert jedoch um den Faktor 500 niedriger. Somit entstünden vergleichsweise nicht 17% sondern lediglich 0,03% an Feinstaub. 
Feinstaub erzeugt durch Pyrotechnik mit dem von Kraftfahrzeugen zu statistisch vergleichen ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht aussagefähig, zumal es sich hier um komplett unterschiedliche Emittenten handelt.
Sinnvoll wäre eine Bilanzierung des tatsächlichen Gesamt-Feinstaubes und die daraus spartenspezifische Verifizierung. Dadurch erhält man Klarheit, ob nicht andere Bereiche, wie z.B. die Schifffahrtindustrie bzw. -Tourismus, unzureichend gewartede Ölheizungen und viele andere mehr, hinsichtlich der erzeugenden Feinstaubmenge primär in den Fokus genommen werden müssten. 
Auch das Anwenden wissenschaftlich fundierter Messverfahren z. B. gemäß der 39. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz oder der BGI / TRGS Reihe (Technische Regeln für Gefahrstoffe), welche den Stand der Technik, Arbeitsmedizin sowie sonstige gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse beim Umgang mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Einstufung wiedergeben, scheinen wenig oder nicht bekannt zu sein. 
Zusammengefasst betrachte ich diese Vorgehensweise als unanständig und diese Art und Weise der Öffenlichkeit entsprechend nicht ausreichend validierte oder gar normfremde Zahlen zu präsentieren, führt dazu, dass dem mündigen Bürger suggeriert wird, Pyrotechnik sei vollkommen umweltschädlich.
Letztendlich wird aus Feinstaub  Feindstaub.

Aus oben genannten Gründen erstellen wir für jedes unserer Feuerwerke eine emissionstechnische Betrachtung, welche wir auch den Behörden zur Verfügung stellen. Somit ermöglichen wir eine objektive Betrachtungsweise der Emission unserer Feuerwerke.

Beispiel an einem F4-Feuerwerk mit einer Nettoexplosivstoffmasse (NEM) von rund 100 kg unter Verwendung von Kugelbomben bis 100 mm.

Feinstaub  unmittelbar nach dem Feuerwerk  0,9 ug / m³  (nach 30 Minuten nicht mehr nachweisbar)  aktueller Grenzwert 40 ug/m³. 
Hierbei ist zusätzlich noch zu bemerken, dass Feinstaub welcher z.B. aus den Kraftfahrzeugverberbrennungsmotoren emittiert wird, keinesfalls vergleichbar ist, mit dem der Pyrotechnik.

Feinstaubpartikel aus der Pyrotechnik sind vorwiegend mineralischer Natur, welche zum Großteil unmittelbar durch die präsente Luftfeuchtigkeit hydrolysiert und solvatisiert (aufgelöst) werden.
Dadurch verringert sich der tatsächliche Wert im Nachgang nochmals beträchtlich.

Schwefeldioxid (errechneter Stundenmittelwert) : 1 ug/m³ bei einem Grenzwert von 350 ug/m³  (https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/schwefeldioxid) Dieses entspricht 0,4% des Grenzwertes

Kohlendioxid: 35 kg ; hier liegt kein Grenzwert vor. Dieses entspricht jedoch der gleichen Emission von 12 Fahrzeugen (Golfklasse) mit einer An- und Rückfahrt von 15 km !

Frei interpretiert könnte man dieses auch in „Steak-Äquivalent“ umrechnen.  

Nach den Berechnungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen fallen für die Erzeugung von 1 kg tiefgekühltes Rindfleisch rund 14 kg Kohlendioxid an.
 (https://www.agrarheute.com/tier/faktencheck-so-klimaschaedlich-fleisch-wirklich-542531)

Dieses entspräche für das 100 kg NEM-Feuerwerk rund 2,5 kg Rindfleisch.

Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass ein solches Großfeuerwerk unter Verwendung von 100 kg Pyrotechnik (NEM) gleich viel CO2 emittiert, wie bei einem familieninternen Grillabend zu Hause erzeugt wird!

Nun stellt sich schon die Frage: Ist Pyrotechnik wirklich so umweltschädlich wie die aktuell omnipräsente negative Darstellungsweise ?

Aus sachverständigender Sicht lässt sich dieses klar verneinen !

Edgar Rohr  Dipl.Chem.Ing(FH)
Sachverständiger für angewandte Pyrotechnik

 

© Edgar Rohr
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